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Gesünder Leben

Gut durch die Erkältungszeit: Vorbeugen, auskurieren, wieder fit werden

Im Schnitt erwischt es Erwachsene zwei- bis viermal pro Jahr — ganz vermeiden lässt sich eine Erkältung kaum. Wer sein Immunsystem stärkt und Infekte richtig auskuriert, kommt aber deutlich glimpflicher davon.

18.06.20266 Min. Lesezeit

Wie Erkältungsviren uns erwischen

Über 200 verschiedene Virentypen können eine Erkältung auslösen, am häufigsten sind Rhinoviren. Sie verbreiten sich über Tröpfchen beim Husten und Niesen, vor allem aber über die Hände: Türklinken, Haltegriffe und Tastaturen sind klassische Übertragungswege. Von dort gelangen die Erreger über Augen, Nase oder Mund in den Körper.

Kälte allein macht nicht krank, sie schwächt aber die Abwehr der Schleimhäute. Trockene Heizungsluft im Winter tut ihr Übriges, denn ausgetrocknete Nasenschleimhäute können Viren schlechter abfangen. Deshalb häufen sich Infekte in der kalten Jahreszeit — und in klimatisierten Räumen mitunter auch im Sommer.

Vorbeugen: die wirksamsten Maßnahmen

Gründliches Händewaschen mit Seife ist und bleibt der wirksamste Schutz — 20 bis 30 Sekunden, mehrmals täglich, besonders nach dem Nachhausekommen. Vermeiden Sie es, sich mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen. Regelmäßiges Lüften senkt die Virenlast in Innenräumen deutlich.

Ein stabiles Immunsystem entsteht nicht durch Wundermittel, sondern durch Grundlagen: sieben bis acht Stunden Schlaf, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst. Wechselduschen und Saunagänge trainieren zusätzlich die Gefäßreaktion. Hochdosierte Vitaminpräparate bringen bei ausgewogener Ernährung dagegen nachweislich wenig.

Trinken Sie ausreichend, damit die Schleimhäute feucht bleiben — Wasser und ungesüßte Tees sind ideal. In beheizten Räumen helfen Verdunster oder schlicht eine Schale Wasser auf der Heizung gegen zu trockene Luft. Wer viel unter Menschen ist, kann in der Hochsaison zusätzlich auf Abstand in vollen Innenräumen achten.

Erwischt — und jetzt richtig auskurieren

Eine gewöhnliche Erkältung dauert mit oder ohne Behandlung etwa sieben bis zehn Tage. Medikamente lindern nur die Symptome: abschwellende Nasensprays erleichtern das Atmen, Schmerzmittel senken Fieber und Gliederschmerzen. Nasensprays sollten Sie höchstens eine Woche verwenden, sonst droht ein Gewöhnungseffekt.

Der wichtigste Wirkstoff heißt Ruhe. Wer sich krank zur Arbeit schleppt oder zu früh wieder Sport treibt, riskiert Komplikationen bis hin zur Herzmuskelentzündung. Gönnen Sie dem Körper Pausen, schlafen Sie viel und verschieben Sie das Training, bis Sie mindestens zwei bis drei Tage symptomfrei sind. Hausmittel wie Hühnersuppe, Inhalieren und Honig im Tee sind keine Zauberei, aber wohltuend und unbedenklich.

Wann Sie zum Arzt sollten

Die meisten Erkältungen heilen ohne ärztliche Hilfe aus. Hellhörig werden sollten Sie bei Fieber über 39 Grad, Beschwerden, die nach einer Woche schlimmer statt besser werden, starken Ohren- oder Stirnhöhlenschmerzen sowie Atemnot. Auch wer chronisch krank, schwanger oder über 65 ist, sollte Infekte früher abklären lassen.

Ihre Hausarztpraxis ist die erste Anlaufstelle — viele bieten inzwischen telefonische oder Video-Sprechstunden für Infektpatienten an, was Wartezimmerkontakte reduziert. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116117 weiter. Die Notaufnahme ist echten Notfällen wie Atemnot oder Kreislaufkollaps vorbehalten.

Erkältung, Grippe oder Allergie?

Eine echte Grippe beginnt typischerweise schlagartig: hohes Fieber, starke Glieder- und Kopfschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl innerhalb weniger Stunden. Die Erkältung kommt dagegen schleichend mit Halskratzen und Schnupfen. Bei Verdacht auf Grippe lohnt der Arztbesuch, denn antivirale Mittel wirken nur in den ersten 48 Stunden.

Dauert der „Schnupfen“ Wochen und juckt die Nase vor allem draußen oder morgens, könnte ein Heuschnupfen dahinterstecken. Klarheit bringt ein Allergietest beim Haus- oder Facharzt. Die Unterscheidung ist wichtig, weil Allergien ganz anders behandelt werden — und unbehandelt zu Asthma führen können.

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